Bei einem Projekt, auf dem unsere Leute parallel zum Team einer anderen Firma arbeiteten, hatte ein Mitarbeiter der anderen Gruppe seinen Sicherheitsgurt nicht korrekt angelegt. Er stürzte aus rund zwei Metern Höhe. Er hatte Glück — es endete ohne schwere Verletzung.
Solche Vorfälle sind kein Zufall. Sie sind die Folge davon, wie eine Firma ihre Monteure auswählt, schult und auf der Baustelle führt. Bei der Auswahl einer Montagefirma werden dabei vor allem Preis, Termin und Kapazität besprochen — das Schulungsniveau des Teams entscheidet jedoch genauso.
Fehlende oder abgelaufene Zertifizierungen sind nicht nur ein administratives Problem. Sie sind ein direkter Risikofaktor, der das gesamte Projekt stoppen kann — entweder durch den Sicherheitsmanager des Kunden oder durch die Arbeitsinspektion. In beiden Fällen tragen Sie die Kosten für den Stillstand.
Warum IPAF- und TÜV SCC-Zertifizierungen keine Formalität sind
Ein Zertifikat, das als Absicherung für den Fall einer Kontrolle im Ordner liegt, reicht nicht aus. Entscheidend ist die Kombination aus Praxis, regelmäßiger Schulung und der richtigen Einstellung. Die Schlüsselbereiche, die jeder Bühnen- und Regalmonteur beherrschen sollte:
- Arbeiten in der Höhe — korrekter Einsatz von Sicherheitsgurt, Anschlagpunkten, Auffangsystemen
- MEWP- und IPAF-Zertifizierung — sicherer Betrieb von Arbeitsbühnen (Mobile Elevating Work Platforms), ihre Stabilisierung, Umgang mit der Tragfähigkeit
- Grundlegende Arbeitssicherheit — Risikoidentifikation, Verhalten bei einem Unfall, Kommunikation mit dem Sicherheitskoordinator auf der Baustelle
- Internationale TÜV SCC-Zertifizierung — Systemsicherheit für Mitarbeiter auf Industrieprojekten, europaweit anerkannt
Die IPAF-Zertifizierung ist ein international anerkannter Standard für die Bedienung von Arbeitsbühnen. Ohne sie darf ein Mitarbeiter auf einem Großteil der europäischen Projekte keine MEWP bedienen — ein reales Problem, kein theoretisches. Kunden in Deutschland, den Niederlanden oder Skandinavien fordern sie als Bedingung für den Zutritt zur Baustelle.
TÜV SCC geht weiter — eine Systemzertifizierung, die nicht nur die Kenntnisse des einzelnen Mitarbeiters prüft, sondern die gesamte Sicherheitskultur der Organisation. Für einen Facility Manager ist das eines der zuverlässigsten Signale, dass ein Anbieter Sicherheit auf Systemebene ernst nimmt, nicht nur für ein konkretes Projekt.
Der Unterschied zwischen Papierqualifikation und echter Qualifikation
Der schlechte Ansatz: ein Zertifikat beschaffen und im Ordner ablegen. Der gute Ansatz: Schulung als kontinuierlicher Prozess, der das tatsächliche Niveau der Leute auf der Baustelle erhöht.
Zertifizierungen haben eine Gültigkeitsdauer — das IPAF-Zertifikat typischerweise 5 Jahre, TÜV SCC wird je nach Standard in Zyklen erneuert — und diese wird aktiv überwacht, nicht erst nach einem Hinweis des Kunden. Ein kontinuierlicher Ansatz bedeutet:
- Laufende Nachschulung — die Schulung deckt auch weniger offensichtliche Situationen ab (unebenes Gelände, größere Montagehöhe, paralleler Lagerbetrieb)
- Verfolgung von Änderungen in Normen und Vorschriften — EN 15635 (mehr über Regalinspektionen), nationale Arbeitsschutzvorschriften in den Zielländern
- Internes Teilen von Erfahrungen — was auf Projekten passiert ist, was funktioniert hat, was nicht
Eine Firma, die laufend in die Weiterbildung ihrer Leute investiert, sendet ein klares Signal: Sie will langfristig einen hohen Standard halten. Welches Profil wir bei JTB STORAGE suchen, beschreibt unsere Karriere-Seite.
Wie ein gut vorbereitetes Team in der Praxis aussieht
Ein gutes Montageteam erkennen Sie schon daran, wie es in das Projekt einsteigt:
- Transparenz vor Beginn — Zertifizierungen der Mitarbeiter werden vor dem Start auf der Baustelle nachgewiesen, als Standardbestandteil der Auftragsvorbereitung. Wer das als übertriebene Anforderung empfindet, sendet ein Warnsignal.
- Erster Tag auf der Baustelle — der Obermonteur geht das Projekt durch, legt die Regeln für die Baustelle fest, identifiziert spezifische Risiken und gibt sie an die Mitarbeiter weiter.
- Laufende Kontrolle — der Team-Leader kontrolliert die Einhaltung der Standards jeden Tag, nicht nur zu Beginn.
Kommunikation als Qualitätsfaktor: Warum Englischkenntnisse entscheiden
Ein großer Teil der Regalmontagen in Europa sind internationale Projekte. Kann der Team-Leader nicht verständlich mit dem Sicherheitskoordinator des Kunden kommunizieren, entstehen Missverständnisse — und die kosten oft einen halben Tag verlorene Zeit. Deshalb achten wir neben den technischen Kenntnissen auch auf die Sprachkenntnisse — besonders bei den Obermonteuren, dem direkten Ansprechpartner des Kunden auf der Baustelle.
Worüber Sie einen Regallieferanten bei der Auswahl einer Montagefirma befragen sollten
Wenn Sie eine Montagefirma auswählen und das tatsächliche Vorbereitungsniveau des Teams prüfen möchten, fragen Sie nach:
- Welche Schulungen haben die Mitarbeiter absolviert — konkret (IPAF, TÜV SCC, Arbeitssicherheit), nicht nur allgemein „wir sind geschult”
- Ist das Unternehmen in der Lage, Zertifizierungen im Voraus nachzuweisen — nicht erst nach Vertragsunterzeichnung
- Wie läuft das Safety-Briefing am ersten Tag auf der Baustelle ab — wer führt es durch, was beinhaltet es
- Wer kontrolliert die Einhaltung der Standards während des Projekts — Team-Leader oder niemand?
- Wie geht das Unternehmen mit der Erneuerung von Zertifizierungen um — wird das aktiv überwacht oder erst auf Hinweis gewartet?
- Wie viele Mitarbeiter des Teams kommunizieren auf Englisch — besonders bei Projekten im Ausland oder in einem internationalen Umfeld
Die Antworten auf diese Fragen geben Ihnen ein besseres Bild vom tatsächlichen Niveau des Anbieters als jede Referenzliste.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen der IPAF-Zertifizierung und TÜV SCC?
IPAF (International Powered Access Federation) ist die fachliche Qualifikation für den sicheren Betrieb von Arbeitsbühnen (MEWP). TÜV SCC (Safety Certificate Contractors) ist eine Systemzertifizierung — sie prüft die gesamte Sicherheitskultur, neben den Kenntnissen des Mitarbeiters auch die Prozesse der Firma. Beide sind wichtig, betreffen aber unterschiedliche Sicherheitsebenen.
Muss ich als Kunde die Gültigkeit der Zertifizierungen der Monteure überprüfen?
Müssen Sie nicht — aber es ist sinnvoll, darum zu bitten. Eine professionelle Montagefirma weist gültige Zertifizierungen vor Beginn der Arbeiten nach; schafft sie das nicht, sagt das viel über das Niveau ihrer internen Prozesse.
Was passiert, wenn auf der Baustelle eine gültige IPAF-Zertifizierung fehlt?
In vielen EU-Ländern und bei großen Kunden ist IPAF Bedingung für den Zutritt zur Baustelle. Ohne sie darf ein Mitarbeiter keine MEWP bedienen — die Bühnen stehen still und die Montage stoppt. Die Kosten für den Stillstand trägt der Anbieter, die Verzögerung trifft aber Ihren Zeitplan.
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