Zu einem neuen Projekt in Slowenien reisten wir mit einem klaren Plan an. Der erste Tag verlief wie immer — Rahmenmontage, Vermessung der Halle, eingespielte Abläufe. Alles lief genau so, wie es sollte. Bis gegen Ende des Tages der Hallenleiter mit einer Information auf uns zukam, die wir bis dahin nicht hatten.
Eine nicht kommunizierte Anforderung, die erst auf der Baustelle auftauchte
Die Anforderung des Hallenleiters war eindeutig: Bevor wir irgendetwas an den Strom anschließen, brauchen wir einen PRCD-S — eine ortsveränderliche Schutzeinrichtung (Personenschutzschalter), die als erstes Glied zwischen Steckdose und Werkzeug geschaltet wird. Ohne sie erlaubt der Hallenbetreiber den Anschluss keines einzigen Geräts. Auf deutschen Baustellen ist der PRCD-S nach DGUV längst Standard — uns hatte vor Projektbeginn jedoch niemand von dieser Anforderung erzählt.
Wir hätten in Stress verfallen können. Oder eine E-Mail-Runde starten, wessen Fehler das ist und wer die Anforderung hätte weitergeben sollen. Stattdessen begannen wir zu lösen.
Interne Regeln des Betreibers schaffen es nicht immer in die Vorgaben — die Ersten, die sie lösen, sind die Leute vor Ort. Auch deshalb haben wir eigene Elektriker: Elektroanforderungen, vom PRCD-S bis zu Verschieberegalen, behandeln wir als Teil der Montage.
Zwei Onlineshops im ganzen Land — und eine Woche Lieferzeit
Es war kein gewöhnliches Bauteil. In ganz Slowenien hatten den PRCD-S nur zwei Onlineshops auf Lager, in Tschechien und den Nachbarländern war er überhaupt nicht erhältlich. Wir riefen beide an — das Teil war da, aber mit Lieferung frühestens in einer Woche. Für uns zu spät. Das Projekt hätte eine ganze Woche stillgestanden.
Also wählten wir den direktesten Weg: Einer unserer Leute fuhr unmittelbar zum Lager des Onlineshops, holte das Bauteil ab, bezahlte es und brachte es zurück in die Halle. Die Montage konnte weitergehen. Keine Verschiebungen, keine Ausreden, kein verlorener Tag.
Nicht verfügbares Material oder Werkzeug haben wir nicht zum ersten Mal auf eigene Faust beschafft — eine ähnliche Geschichte mit einem Spezialwerkzeug in Deutschland beschreiben wir im Artikel über unerwartete Probleme bei der Regalmontage.
Wie wir vorgehen, wenn auf der Baustelle ein Schlüsselbauteil fehlt
Drei Schritte, immer in derselben Reihenfolge:
- Verfügbarkeit ermitteln. Wer hat das Teil physisch auf Lager — nicht „auf Bestellung”. In Slowenien: genau zwei Quellen.
- Varianten bewerten. Versand, eigene Abholung, ein vom Planer freigegebenes Alternativbauteil. Eine Woche Lieferzeit heißt „Gewissheit in einer Woche”, die eigene Fahrt zum Lager „Gewissheit heute”.
- Nach Auswirkung auf den Zeitplan entscheiden. Droht der Stillstand des ganzen Teams, gewinnt die aktive Lösung — eine Autofahrt ist gegen eine Woche stehendes Projekt vernachlässigbar.
Was Sie daraus mitnehmen können
Den Unterschied zwischen Stillstand und eingehaltenem Termin macht die Reaktion des Teams. Dieselbe Situation, zwei Ansätze:
| Situation | Durchschnittliches Team | Der JTB-Ansatz |
|---|---|---|
| Nicht kommunizierte Kundenanforderung | Streit über die Schuldfrage; die Arbeit steht | Nimmt die Anforderung als Fakt und sucht noch am selben Tag Lösungen |
| Bauteil mit einer Woche Lieferzeit | Bestellt und wartet auf die Lieferung | Bewertet die Varianten und holt das Teil selbst ab |
| Drohender Stillstand | Verschiebt den Übergabetermin | Plant die Arbeiten um und hält den Zeitplan |
Unerwartete Hindernisse gehören zu großen Projekten — wir betrachten sie als natürlichen Teil des Handwerks. Taucht ein Problem auf, fragen wir nicht „Geht das überhaupt?”, sondern „Wie lösen wir es, damit alle zufrieden sind?”. Denn bei JTB ist nichts unmöglich.
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Häufig gestellte Fragen
Was macht JTB, wenn auf der Baustelle Material oder ein Bauteil fehlt?
Wir ermitteln die tatsächliche Lagerverfügbarkeit, bewerten die Varianten einschließlich eigener Abholung und entscheiden nach der Auswirkung auf den Zeitplan. Den fehlenden PRCD-S in Slowenien holte so einer unserer Leute direkt im Lager des Onlineshops ab — statt einer Woche Wartezeit.
Wie beugen Sie Verzögerungen durch nicht kommunizierte Anforderungen vor?
Vor der Montage gehen wir mit dem Kunden die Baustellenbereitschaft durch: Zugang zur Halle, Zustand des Bodens, Elektroanschlüsse und interne Regeln des Betreibers. Eine hundertprozentige Absicherung gibt es nicht — die zweite Hälfte der Prävention ist ein Team, das sofort löst.
Kann ein einziges fehlendes Bauteil die gesamte Regalmontage stoppen?
Ja, wenn es nachfolgende Schritte blockiert — typischerweise Elektroinstallation, Verankerung oder Verbindungselemente. Entscheidend ist die Reaktionsgeschwindigkeit: die Verfügbarkeit innerhalb von Stunden ermitteln und parallel an allem weiterarbeiten, was das Teil nicht erfordert, damit der kritische Pfad nicht stillsteht.
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