Die Montage eines Einfahrregals ist um ein Vielfaches aufwendiger als bei einem klassischen Fachbodenregal. Der Stapler fährt mit minimalem Seitenspiel durch den Kanal — jede Abweichung in der Lotrechtigkeit oder Unebenheit der Fahrschiene bedeutet Kollisionsgefahr und Beschädigung ganzer Sektionen.
Wesentliche Unterschiede zum Fachbodenregal
Beim Fachbodenregal werden Traversen einfach in die Ständerperforationen eingehängt und mit Sicherungsstiften gesichert. Die Lotrechtigkeitstoleranz beträgt H/1000, die Verankerung typischerweise 2 Dübel pro Fußplatte. Beim Einfahrregal gelten strengere Anforderungen — Lotrechtigkeitstoleranz H/750, statt Traversen werden verschraubte Konsolen mit Fahrschienen montiert, und die Verankerung muss aufgrund höherer Kippmomente robuster ausfallen.
Beim Stow-Drive-in-System werden Konsolen (DNSL/R) in die Perforationen eingehängt und verschraubt — Standardkonsole 2× BOSP 10×25 an den ersten beiden Ständern, 1× an den übrigen. Der obere Träger (Top Beam) wird immer mit 8× BOSP 10×25 verschraubt und ist entscheidend für die Stabilität der gesamten Konstruktion.
Montageablauf
Vor der eigentlichen Montage wird stets die Ebenheit des Bodens vermessen. Unebenheiten über ±3 mm/2 m an den Verankerungspunkten sind problematisch und müssen vorab behoben werden. Der Beton muss mindestens C25/30 aufweisen, und Ankerpunkte dürfen nicht auf Dehnungsfugen liegen.
Zuerst werden die Führungsschienen am Boden montiert, die die Kanalachse definieren. Es folgen die hinteren Rahmen — die Montage erfolgt immer von der Rückwand zum Einfahrbereich hin. Die Lotrechtigkeit wird in zwei Achsen kontrolliert, die Verankerung mit Drehmomentschlüssel angezogen (bei Stow ANEX 12×100, in der Praxis meist 2 Dübel pro Fußplatte). Die hinteren Rahmen müssen in einer absoluten Flucht stehen — dies wird mit einer Schnur über die gesamte Reihe überprüft.
Die kritischste Phase ist das Setzen der Konsolen und Fahrschienen. Die Schienen werden an den Konsolen in den Ständeröffnungen eingehängt und müssen exakt waagerecht ausgerichtet sein. Der Höhenunterschied der Schienen im selben Kanal muss minimal sein — ungleichmäßige Schienen bedeuten, dass die Palette „bergauf fährt”, der Stapler mehr Kraft aufwenden muss und Kollisionsgefahr mit der Konstruktion besteht. Nach dem Setzen wird mit einer Schnur über die gesamte Kanallänge kontrolliert. Beim Mecalux-Pallet-Shuttle-System kommen Schienen CSM-CI (Z-Profil, 2,5 mm) zum Einsatz, mit einer Toleranz des Schienenabstands von ±0 bis +2 mm auf 1000 mm — extrem eng.
Nach den vorderen Rahmen mit Einfahrführungen für den Stapler werden die oberen Verstrebungen und Windverbände montiert. Dies muss vor dem Entfernen der provisorischen Abstützungen geschehen — ohne obere Verstrebungen fehlt dem Regal die Längsstabilität.
Die Abschlusskontrolle umfasst die Messung der Lotrechtigkeit jedes Rahmens in 2 Achsen, die Waagerechtigkeitsprüfung der Kanäle, Ausziehversuche der Dübel sowie die Kontrolle aller Sicherungsstifte und Anschläge. Durch jeden Kanal muss ein Stapler zur Probe fahren.
Häufige Probleme aus der Praxis
Montage ohne vorherige Bodenvermessung ist der teuerste Fehler — Abweichungen werden erst nach der Montage erkannt, und Nacharbeiten sind kostspielig. Montage von der Vorderseite statt von hinten bedeutet, dass die hinteren Rahmen für Verankerung und Ausrichtung schlecht zugänglich sind. Inkonsistente Schienenhöhe im Kanal führt zu instabilen Paletten. Bei Shuttle-Systemen ist die Schienenausrichtung die häufigste Reklamationsursache — laut Stow-Handbuch ist dies das Problem Nummer eins.
Shuttle = Einfahrregal + Schienen
Shuttle-Systeme haben die gleiche Tragstruktur wie Einfahrregale, jedoch mit zusätzlichen Schienen für den automatischen Shuttle-Wagen. Die Schienenmontage ist der größte Zeitfaktor — bei Mecalux bedeutet das Konsolen, Unterlegscheiben, Verbindungen und Verstärkungen, also 20–40+ Schrauben pro Kanalseite und Ebene. Die Gesamtzeit pro Schienenkanal ist 3–5× höher als bei einem Standard-Einfahrregal-Feld.
FAQ
Wird ein spezieller Boden benötigt?
Qualitätsbeton C25/30, Ebenheit ±3 mm/2 m, keine Dehnungsfugen an den Verankerungspunkten.
Was tun bei beschädigter Fahrschiene?
Den Kanal sofort sperren und die Schiene austauschen. Betrieb auf einer beschädigten Schiene ist verboten — die Palette kann herabfallen.
JTB STORAGE montiert Einfahrregal- und Shuttle-Systeme für Stow, Mecalux, Dexion und weitere Hersteller in ganz Europa. Kontaktieren Sie uns für ein Angebot.